Einigung über Farbkonzept zur Gestaltung der Pfarrkirche St.
Pankratius in Herschwiesen
Kirchliche und Staatliche Denkmalpflege streben barocke Ausmalung
an
Genau weiß es offensichtlich niemand
mehr, wie die im Jahre 1744 fertiggestellte barocke Pfarrkirche
St. Pankratius in Boppard- Herschwiesen bei ihrer Einweihung
farblich gestaltet war, weil farbige Bilder aus dieser Zeit und
danach leider fehlen. Auch die Original-Bauzeichnungen lassen
keinen sicheren Farbzustand erkennen, und Farbuntersuchungen der
Wände und Decken halfen auch nicht weiter.
Zwar wurden monatelang Untersuchungen an
Decken und Wänden der Kirche gemacht. Dabei wurden auch mehrere
Farbschichten von früheren Aus- und Übermalungen gefunden. Eine
eindeutige Zuordnung zur Ursprungsfassung war aber auch dadurch
nicht möglich geworden. Also mussten die Fachleute der
Denkmalpflege auf Basis vergleichbarer Ausmalungen barocker
Kirchen eine neue Entscheidung treffen.
Dank der guten Vorarbeit von
Kirchen-Architekt Hans-Joachim Becker, Koblenz und von
Restaurator Georg Wechsler, Ansbach, einigte man sich jetzt in
Anwesenheit des Vorsitzenden des Fördervereins Innenrestaurierung
Dr. Walter Bersch, bei einem „Farbgipfel“ mit den Denkmalpflegern
in Mainz auf eine Gestaltung, die weitgehend den jetzt vom
Restaurator angelegten Musterfeldern in der Kirche folgen soll.
Damit wird auch dem Wunsch der Gläubigen von Herschwiesen
entsprochen, die sich eine solch helle und freundliche Farbgebung
für ihre Barockkirche schon immer gewünscht haben.
Restaurator Lutgen aus Trier wird Mitte
September mit den Malerarbeiten beginnen. Sie werden
einschließlich der Reparaturen an den Gewölben und den
Stuckelementen wohl weit in den Winter hineinreichen. Zurzeit
werden die Fenster abgeklebt und der Fußboden gegen eindringende
Malerfeuchtigkeit geschützt.
Die neue
Ausmalung der gewölbten Stuckdecke wird auf den Grundfarbe gelb
und helles Grau beruhen, mit der vor allem die Gurtbänder im
Gewölbe geschmückt werden sollen. Ein pastellfarbenes Rosa wird
die Flächen in den netzartigen Zierfeldern und den sich in langen
Zopfbändern erstreckenden Akanthusblüten schmücken. In den
medaillonartigen Zierfeldern könnte ein helles, opalisierendes
Grün erstrahlen. Die Wände der Kirche werden entsprechend der
Deckenfassung bemalt.
Wer nur die jetzige
grau-verrusste Fläche von Decken und Wänden kennt, wird erfreut
sein dürfen, dass zukünftig an vielen Stellen der Decke in den
Knotenpunkten der Ranken und Netzstrukturen auch ein
wunderschönes Gold aufleuchten wird. Wenn die Arbeiten dann im
Frühjahr beendet sein werden, wird die Pfarrkirche St. Pankratius
wohl den Rang als farbschönste Kirche des Hunsrücks einnehmen
können.
Pfarrer Walter Kanzler und der
Verwaltungsrat der Kirche erwarten jetzt allerdings auch noch die
neuen Kostenvoranschläge, für die sich bisher aufgrund der
farblichen Ungewissheit noch keine definitiven Berechnungen
anstellen ließen. Bis Ende September wird dann auch feststehen,
ob der bisherige Zeitplan zur Wiedereröffnung der Kirche im März
2012 ein- gehalten werden kann.

Fototext:
Die beiden Fotos lassen die
vermutliche zukünftige Farbgebung der Kirche im Vergleich mit dem
aktuellen Zustand deutlich erkennen. Das erste Bild zeigt das
bisherige Musterfeld der letzten Jahre (unten hinter der Leiter)
und die jetzt vom Restaurator vorgeschlagene zukünftige neue
Farbgebung am Gewölbe (oben).
Im zweiten Bild sind die Details der
Farbfelder und der goldenen Netzrosen sowie der deutliche
Unterschied zur heutigen grauen Fläche erkennbar.